Die Entstehung von Aids
Dringen fremde Organismen in einen nicht HIV-infizierten Körper ein, dann setzen sich die weißen Blutkörperchen und Antiköper zur Wehr, sie greifen diese an und zerstören sie. Am meisten greifen die Viren ganz bestimmte weiße Blutkörperchen an, die so genannten CD4-Lymphozyten, die bekannter unter dem Namen T-Helfer-Zellen sind. Über diese Zellen werden die HI-Viren hinein geschleust und benutzen die Zelle als Wirt, um ihr eigenes Erbgut vermehren zu können.
Hat sich das Erbgut der Viren genug vermehrt, wird der Wirt zerstört und sie gelangen somit in das Blut. Hier begeben sie sich sofort wieder auf die Suche nach neuen CD4-Lymphozyten und vermehren sich in diesen. Auf diese Weise werden jeden Tag mehr als zehn Milliarden dieser lebensgefährlichen Viren produziert. Dagegen schafft es der Körper nur zwei Milliarden neue CD4-Lymphozyten neu zu bilden. Somit wird das Immunsystem von Tag zu Tag mehr geschwächt und die fremden Erreger können nicht mehr ausreichend vom Körper bekämpft werden.
Menschen, die sich mit dem gefährlichen HIV-Virus infiziert haben, müssen nicht unweigerlich an Aids erkranken. Allerdings sind sie diejenigen, die die Krankheit übertragen.
Die Infizierung
Auf vielen Wegen kann sich der Mensch mit HIV infizieren. So ist zum Beispiel der sexuelle Kontakt eine Möglichkeit, sich mit dem HIV-Virus zu infizieren. Sobald ungeschützter vaginaler, analer oder oraler Sex mit einem infizierten Partner stattfindet, kann der Virus übertragen werden, da er sich im Samen und in der Scheidenflüssigkeit befindet. Selbst bei den kleinsten Verletzungen während des Geschlechtsaktes kann der Virus in den Körper eindringen. Sogar wenn eine andere übertragbare Sexualkrankheit vorhanden ist, wie beispielsweise Chlamydien, ist die Gefahr noch einmal so groß, sich mit dem HIV-Virus zu infizieren und an Aids zu erkranken. Allein bei ungefähr 80 Prozent der Infizierten in Europa wird HIV durch ungeschützten Sexualverkehr übertragen.
Ebenfalls kann der lebensgefährliche Virus bei Bluttransfusionen übertragen werden. Jedoch untersuchen die Blutbanken und die Krankenhäuser seit Ende 1985 in westlichen Ländern und in Deutschland das Blut auf HIV-Antikörper. Bis dahin konnten die Menschen noch auf diesem Wege infiziert werden. Seitdem ist das Risiko in dieser Hinsicht deutlich reduziert worden. Mit aufwändigen Tests und gründlicheren Untersuchungen der Spender konnte die Ansteckungsgefahr eingedämmt werden, allerdings trifft das nicht auf Länder der Dritten Welt zu.
Der HIV-Virus kann nicht nur bei Verletzungen während des Sexualverkehrs übertragen werden, sondern genauso bei anderen Verletzungen. Das können kleine Schnittwunden und ähnliches sein. Besonders in der Drogenszene ist die Übertragung durch infizierte Nadeln sehr häufig.
Seltener kann der lebensbedrohende Virus durch schlecht desinfiziertes Operationsbesteck oder bei Transplantationen von Organen übertragen werden.
Allerdings kann eine Mutter den Virus auf ihr ungeborenes Kind übertragen, wenn sie während der Schwangerschaft nicht behandelt wird. Findet eine Behandlung statt, dann sinkt das Risiko etwa um zwei Drittel und das Kind kann gesund auf die Welt kommen. Wird zudem noch ein Kaiserschnitt vorgenommen, dann steigen die Chancen des Kindes weiter, nicht infiziert zu sein.
Besonders gefährdete Personengruppen
Besonders gefährdet sind Menschen, die ungeschützten Sex haben, dabei ist es egal, ob es sich um hetero-, homo- oder bisexuelle Paare handelt. Der Sex ohne Kondome stellt immer eine Ansteckungsgefahr dar. Ein hohes Risiko der Ansteckung ist für Menschen gegeben, wenn sie an einer übertragbaren Sexualkrankheit leiden, wie Syphilis, Chlamydien, Herpes genitalis oder Gonorrhoe.
Bei drogenabhängigen Menschen, die sich eine Nadel teilen, ist die Ansteckungsgefahr an den HIV-Viren ebenfalls sehr groß. Aber auch die Bluter, die vor 1985 Bluttransfusionen erhielten, sowie die Menschen, die vor diesem Jahr bei Operationen solche Transfusionen bekamen, sind gefährdet. Genauso können Kinder von infizierten Müttern angesteckt werden.